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Ansys LS-DYNA

Ansys

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Ansys LS-DYNA ist der Industriestandard für nichtlineare explizite FEM-Simulationen — Crash, Impact, Umformen, Falldynamik. Nahezu alle globalen OEMs und Tier-1-Zulieferer nutzen LS-DYNA als Referenz-Solver für Crashtest-Simulationen gemäß Euro NCAP, FMVSS und UN-Regelungen. Mit der Ansys-Übernahme 2019 wurde LS-DYNA Teil eines integrierten Simulationsökosystems; KI-Surrogate-Frameworks wie NVIDIA PhysicsNeMo und Neural Concept trainieren ihre Modelle primär auf LS-DYNA-Daten.

Kosten: Preise nur auf Anfrage; Jahreslizenzen für Vollnutzung typisch im sechs- bis siebenstelligen Bereich; günstigere Einstiegslizenzen (Reduced Functionality) für kleinere Teams auf Anfrage; Academic-Version kostenlos für Forschung und Lehre

Stärken

  • Industriestandard-Solver für Crash, Impact und nichtlineare Dynamik — anerkannt von Euro NCAP und allen globalen Zulassungsbehörden
  • Breite Materialmodell-Bibliothek (>300 Modelle) für Stahl, Aluminium, CFK, Schaum, Beton und Verbundwerkstoffe
  • Multiphysik in einem Solver — Mechanik, Thermik, CFD-Kopplung, EM, ICFD
  • Skaliert über MPP auf HPC-Cluster mit tausenden Cores
  • Standardformat (.k/.key) für FEM-Simulationsdaten — Voraussetzung für alle KI-Surrogate-Workflows mit PhysicsNeMo oder Neural Concept
  • Deutsche Vertriebs- und Support-Niederlassung über DYNAmore (Ansys-Tochter, Stuttgart)

Einschränkungen

  • Sehr hohe Lizenzkosten — für KMU ohne CAE-Kerngeschäft kaum wirtschaftlich
  • Steile Lernkurve: Vollständige Nutzung erfordert mehrjährige CAE-Erfahrung
  • Keine öffentliche Preisinformation — Enterprise-Preisverhandlung notwendig
  • Pre- und Postprocessing erfordert zusätzliche Werkzeuge (LS-PrePost, ANSA, HyperMesh)
  • US-Datenhosting bei Ansys-Cloud-Diensten; on-prem ist Standard
  • Trainings- und Validierungsaufwand für neue Fahrzeugplattformen erheblich

Passt gut zu

OEMs und Tier-1-Zulieferer mit Homologationspflicht nach Euro NCAP oder FMVSS CAE-Teams mit bestehendem Crash-Simulationsworkflow Unternehmen, die KI-Surrogate auf LS-DYNA-Basis aufbauen wollen Defense, Aerospace und Energie mit Impact- und Detonationsanalysen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du arbeitest in der Fahrzeugentwicklung und brauchst homologationsfähige Crashsimulationen
  • Du willst KI-Surrogate auf historischen FEM-Simulationen trainieren
  • Du brauchst nichtlineare explizite Dynamik (Crash, Drop-Test, Umformsimulation, Ballistik)
  • Dein Workflow ist bereits in Ansys-Ökosystem oder DYNAmore-Schulungen verankert

Wann nein

  • Du brauchst nur statische lineare FEM (dann reicht Ansys Mechanical oder eine günstigere Alternative)
  • Du hast kein Budget im sechsstelligen Bereich für Software allein
  • Du suchst eine cloud-native, ohne CAE-Vorkenntnisse bedienbare Lösung
  • Du willst eine reine KI-Surrogate-Lösung ohne klassische FEM-Basis

Kurzfazit

Ansys LS-DYNA ist der De-facto-Standard für nichtlineare explizite FEM-Simulationen — und damit das Rückgrat fast jeder Crash- und Impact-Simulation in der globalen Automobilindustrie. Wer Euro-NCAP- oder FMVSS-Zulassungen vorbereitet, kommt an LS-DYNA praktisch nicht vorbei: Zulassungsbehörden, OEM-Lastenhefte und Tier-1-Workflows referenzieren den Solver explizit. Die Schattenseite ist konsequent: Lizenzen kosten sechs- bis siebenstellig pro Jahr, die Bedienung verlangt mehrjährige CAE-Erfahrung, und Preise sind komplett intransparent. Für die neue Welle der KI-gestützten Konstruktion ist LS-DYNA dennoch unverzichtbar — als Datenlieferant für Surrogate-Modelle in NVIDIA PhysicsNeMo oder Neural Concept.

Für wen ist Ansys LS-DYNA?

Automotive OEMs: Volkswagen, BMW, Mercedes, Stellantis, Ford, Toyota und praktisch jeder weitere globale Hersteller nutzt LS-DYNA für Frontal-, Seiten- und Heckcrash, Pole-Tests, Fußgängerschutz und Side-Impact-Szenarien. Die Modelle sind oft über Jahrzehnte gewachsen und enthalten validierte Materialkarten, Dummy-Modelle (Hybrid III, THOR, WorldSID) und Barrierenmodelle.

Tier-1-Zulieferer: Bosch, ZF, Continental, Faurecia und vergleichbare Häuser nutzen LS-DYNA für Komponentenvalidierung — Stoßfänger, Crash-Boxen, Sitzstrukturen, Pedale, Lenksäulen. Hier sind die Lizenzkosten besser amortisierbar, weil dieselben Komponenten in mehrere OEM-Programme einfließen.

Defense und Aerospace: Ballistik, Bird Strike, Containment-Tests, Drop-Tests von Munition oder Treibstoffbehältern. LS-DYNA hat hier durch seine Wurzeln am Lawrence Livermore National Laboratory (LSTC wurde dort 1987 gegründet) eine besonders tiefe Materialmodell-Bibliothek.

KI-/ML-Teams in der Konstruktion: Wer Surrogate-Modelle für schnelle Designvarianten-Bewertung baut, braucht LS-DYNA als Trainingsdaten-Generator. PhysicsNeMo, Neural Concept und Monolith AI lesen alle LS-DYNA-Outputs (d3plot, binout) nativ.

Akademische Forschung: Über die Academic-Version (kostenlos) sind LS-DYNA-Kompetenzen Pflichtprogramm in vielen Maschinenbau-Studiengängen, besonders Fahrzeugtechnik und Materialwissenschaft.

Weniger geeignet für: KMU im allgemeinen Maschinenbau ohne Crash-Anforderungen, Startups ohne sechsstelliges CAE-Budget, Anwender, die nur lineare Statik oder einfache Modalanalyse brauchen (Altair HyperWorks oder günstigere FEM-Tools reichen dann), reine Cloud-/KI-Workflows ohne klassische FEM-Basis.

Preise im Detail

LizenztypPreis (Richtwert)Was du bekommst
Academic0 EURVollständige LS-DYNA-Funktionalität für Forschung und Lehre, keine kommerzielle Nutzung
Reduced Functionalityca. 10.000–30.000 EUR/JahrEingeschränkte Knotenanzahl, einzelne Disziplinen (z. B. nur Statik oder nur Umformsimulation)
Enterprise Standardca. 50.000–150.000 EUR/JahrVollnutzung Crash, MPP-Lizenzen für HPC, je nach CPU-Skalierung
Enterprise Premium / OEMsechs- bis siebenstelligMulti-Site, unbegrenzte Cores, alle Module (ICFD, EM, Thermik), Premium-Support
Cloud (Ansys Gateway)Pay-as-you-goStundenweise Abrechnung von Solver + HPC-Cluster über AWS oder Azure

Einordnung: Ansys veröffentlicht keine offiziellen Preise — alles läuft über das Vertriebsteam oder Distributoren wie DYNAmore in Stuttgart. Die obigen Bandbreiten sind Marktrichtwerte aus öffentlichen Beschaffungsausschreibungen und Industriegesprächen, keine offiziellen Listenpreise. Für KMU ohne CAE-Kerngeschäft ist der Einstieg über die Reduced-Functionality-Lizenz oder über einen Engineering-Dienstleister (z. B. DYNAmore, EDAG, IAV) meist sinnvoller als der direkte Lizenzkauf. Akademische Forschungsgruppen erhalten kostenlose Lizenzen — wer junges Personal an LS-DYNA heranführen will, sollte den Hochschulpfad nutzen, bevor Vollbetrieb-Lizenzen verhandelt werden.

Stärken im Detail

Industriestandard mit echtem Wettbewerbsvorteil. Euro NCAP, FMVSS, IIHS, China NCAP und alle ECE-Regelungen werden in OEM-Lastenheften regelmäßig mit LS-DYNA-Modellen referenziert — Crashtest-Häuser wie TÜV, DEKRA, AZT akzeptieren LS-DYNA-Simulationen ohne Diskussion. Wer als Zulieferer in den OEM-Workflow einsteigen will, muss LS-DYNA liefern können; eine RADIOSS- oder Pam-Crash-Datei wird zwar akzeptiert, aber für die finale Validierung oft noch einmal in LS-DYNA nachgerechnet.

Materialbibliothek ohne ernsthaften Wettbewerber. Über 300 Materialmodelle decken alles ab — von Stahl (MAT24, MAT57, MAT81) über Aluminium (MAT37, MAT133) bis zu CFK (MAT54/55, MAT58, MAT261/262), Schaum, Beton, Boden, Glas und neuerdings Batterie-Zellen (MAT277, MAT278 für Lithium-Ionen-Modelle nach Crash). Für jedes neue Material gibt es typischerweise innerhalb von 12–18 Monaten ein dediziertes Modell.

Multiphysik in einem Solver. Crash mit thermischer Kopplung (Aufprall + Wärmeentwicklung), Crash mit Elektromagnetik (Batterie-Kurzschluss nach Verformung), Fluid-Struktur-Interaktion über ICFD und SPH (Tank-Schwapp-Verhalten, Vogelschlag) — alles in einem Modell ohne Co-Simulation-Schnittstellen. Das spart erheblich gegenüber Multi-Tool-Workflows mit Abaqus + StarCCM+ + ANSYS Maxwell.

HPC-Skalierung über MPP. LS-DYNA skaliert über Message Passing Interface (MPI) auf hunderte bis tausende CPU-Cores. Ein typischer Frontalcrash mit 5–10 Millionen Elementen läuft auf einem 256-Core-Cluster in 4–8 Stunden; ohne MPP wären das Wochen. Cloud-HPC über Ansys Gateway, AWS ParallelCluster oder Azure CycleCloud ist 2024/25 deutlich zugänglicher geworden.

Datenformat-Standard für KI-Surrogate. LS-DYNAs d3plot-Format ist das verbreitetste Trainingsdaten-Format für Surrogate-Modelle. NVIDIA PhysicsNeMo, Neural Concept und Monolith AI lesen LS-DYNA-Outputs nativ oder über etablierte Konverter (Genesis, Pyvista). Wer historische LS-DYNA-Daten hat, kann darauf direkt Surrogate-Modelle trainieren — neue Designvarianten werden dann in Sekunden statt Stunden bewertet.

Deutsche Vertriebs- und Support-Struktur. Mit der Übernahme von DYNAmore durch Ansys 2022 ist die deutsche Vertriebs- und Schulungsorganisation in Stuttgart vollständig integriert. DYNAmore organisiert seit 2002 die LS-DYNA-Anwenderkonferenz in Bamberg — der größte europäische Branchentreff für FEM-Crashsimulation. Schulungen, Materialkarten-Identifikation und Beratung laufen auf Deutsch.

Schwächen ehrlich betrachtet

Lizenzkosten sind eine echte Eintrittsbarriere. Eine voll ausgestattete LS-DYNA-Lizenz mit MPP-Skalierung kostet je nach Konfiguration sechs- bis siebenstellig pro Jahr. Für KMU ohne CAE-Kerngeschäft ist das selten zu rechtfertigen — der Weg führt dann über einen Engineering-Dienstleister, der die Lizenz auf eigene Rechnung hält und Stundensätze berechnet. Auch die Reduced-Functionality-Lizenz ist mit 10.000–30.000 EUR/Jahr kein Spielgeld.

Lernkurve ist brutal. LS-DYNA hat über 2.500 Keywords im Eingabeformat, die Materialkarten verlangen tiefes mechanisches Verständnis, und Debugging einer divergierenden Simulation ist eine Kunst für sich. Ein Berufseinsteiger ist nach 6–12 Monaten Trainingsphase produktiv; echte Senior-Expertise braucht 5+ Jahre. Wer kein Team mit dieser Expertise hat, wird LS-DYNA nicht wirtschaftlich einsetzen können.

Pre-/Postprocessing nicht im Lieferumfang. Das integrierte LS-PrePost ist funktional, aber für produktive Arbeit nutzen praktisch alle ernsthaften Anwender separate Pre-Processoren wie BETA CAE ANSA oder Altair HyperWorks HyperMesh — jeweils zusätzliche Lizenzkosten und Workflows. Das macht die Gesamtkosten noch einmal deutlich höher als die reine Solver-Lizenz.

Cloud-Adoption hinkt hinterher. Während Wettbewerber wie SimScale oder Onshape von Anfang an cloud-nativ entwickelt wurden, ist LS-DYNA primär ein on-prem-HPC-Solver. Ansys Gateway (Cloud) gibt es seit 2022, aber die Workflows fühlen sich oft noch nach on-prem-Skripten an, die in der Cloud laufen — nicht nach einer modernen Cloud-Lösung. Multi-User-Kollaboration auf demselben Modell ist deutlich weniger smooth als bei CAD/PLM-Systemen.

Intransparente Preisgestaltung. Wer ein Angebot will, muss in einen mehrwöchigen Vertriebsprozess einsteigen — NDAs, Bedarfsklärung, Pilotnutzungen. Vergleichende Marktauswertung ist praktisch unmöglich, weil identische Konfigurationen je nach Kunde, Volumen und Verhandlungsmacht stark unterschiedlich bepreist werden. Für kleinere Häuser bedeutet das einen strukturellen Nachteil gegenüber Großkunden.

US-Datenhosting bei Cloud-Diensten. Wer LS-DYNA über Ansys Gateway nutzt, sendet Modelle und Simulationsdaten auf US-betriebene Cloud-Instanzen. Für die meisten Crash-Daten ist das unkritisch (keine personenbezogenen Daten), aber konkurrenzkritische Konstruktionsdaten sollten on-prem oder in einer dedizierten EU-Cloud-Region (AWS Frankfurt, Azure Germany) verarbeitet werden — das verlangt eigene HPC-Infrastruktur oder eine sorgfältige Cloud-Konfiguration.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Multiphysik mit gleichwertiger Crash-Stärke und Topology-Optimierung brauchstAltair HyperWorks (RADIOSS-Solver)
KI-Surrogate auf bestehenden LS-DYNA-Daten trainieren willstNVIDIA PhysicsNeMo
Generative CAE-Surrogate für schnelle Designiteration suchstNeural Concept
Voll integriertes CAD/PLM/CAE-Ökosystem mit Crash-Komponenten brauchst3DEXPERIENCE (mit Abaqus/SIMULIA)

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Abaqus/Explicit von Dassault SIMULIA — der historisch wichtigste Wettbewerber, oft im Defense-Sektor und in der akademischen Forschung präferiert; Altair RADIOSS als Crash-Solver innerhalb von HyperWorks; ESI Pam-Crash, traditioneller LS-DYNA-Konkurrent mit Stärken im Composites-Crash; und MSC Dytran/MSC Nastran SOL700 im klassischen Maschinenbau. Für reine Umformsimulation ist AutoForm der Marktführer, nicht LS-DYNA — auch wenn LS-DYNA technisch Umformen kann. Keine dieser Alternativen ersetzt LS-DYNA im Crash-Homologationspfad ohne Diskussion mit dem OEM.

So steigst du ein

Schritt 1: Definiere den Anwendungsfall präzise — Crash, Drop-Test, Umformsimulation, Vogelschlag, Ballistik? LS-DYNA kann alles, aber Lizenzmodelle, Materialkarten und Schulungen unterscheiden sich je nach Disziplin. Über das Ansys-Partnerportal oder direkt bei DYNAmore (Stuttgart) eine Evaluierungslizenz anfragen — Ansys bietet für qualifizierte Industrieprojekte zeitlich begrenzte Test-Lizenzen über 30–90 Tage.

Schritt 2: Bestehende Crash-Simulationsmodelle im K-File-Format einlesen und mit der Testlizenz validieren. LS-DYNA liest native .k und .key Formate sowie Abaqus .inp für Konvertierungen. Für den Aufbau neuer Modelle ist ein professioneller Pre-Processor (ANSA, HyperMesh, LS-PrePost) Pflicht. Plane mindestens 3–6 Monate für Onboarding eines neuen CAE-Ingenieurs ein, bevor produktive Arbeit erwartet werden kann.

Schritt 3: Für den KI-Surrogate-Aufbau: FEM-Simulationsdaten mit der NVIDIA PhysicsNeMo Curator preprocessing-Pipeline vorbereiten (VTP oder Zarr-Format). Mindestens 20–100 historische Simulationsläufe als Trainingsgrundlage benötigt — wer die nicht hat, sollte zuerst ein Design-of-Experiments-Studio mit 50+ parametrierten Crash-Läufen aufsetzen, bevor das Surrogate-Modell trainiert wird.

Ein konkretes Beispiel

Ein Tier-1-Zulieferer aus Friedrichshafen hat für eine neue Stoßfänger-Baugruppe 80 LS-DYNA-Crashsimulationen mit variierenden Wandstärken und Geometrieparametern durchgeführt — pro Lauf 5 Millionen Elemente, 4–6 Stunden Rechenzeit auf einem 128-Core-Cluster. Mit diesen Daten wird ein Neural-Concept-Surrogate trainiert, der neue Design-Varianten in unter 3 Sekunden bewertet — statt 4–6 Stunden pro LS-DYNA-Lauf. Der Konstrukteur kann jetzt im laufenden CAD-Modell Wandstärken und Sicken ändern und sofort Live-Feedback zur Crash-Performance bekommen, ohne den CAE-Workflow zu unterbrechen. Die finale Homologationssimulation und der physische Bestätigungstest laufen trotzdem noch auf dem vollen LS-DYNA-Modell — der Surrogate ersetzt nicht den Solver, er beschleunigt die Designschleife. Zeitersparnis pro neuer Variante: ca. 5 Stunden. Über ein 18-Monats-Programm mit 200 Designvarianten amortisierten sich die zusätzlichen Lizenzkosten für Neural Concept innerhalb eines halben Jahres.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting on-prem: Standard. LS-DYNA läuft als Solver auf eigener Hardware oder eigenem HPC-Cluster. Keine Datenübertragung an Ansys.
  • Datenhosting Cloud (Ansys Gateway): AWS oder Azure, EU-Region wählbar (Frankfurt, Irland). Datenverarbeitung im Cloud-Tenant des Kunden, AVV mit Ansys verfügbar.
  • Datennutzung: Ansys hat keinen Zugriff auf Simulationsdaten — weder bei on-prem noch bei Cloud-Nutzung im eigenen Tenant. Bei Support-Tickets können Modelle freiwillig zur Reproduktion eines Fehlers eingereicht werden.
  • Lizenz-Telemetrie: Ansys Common Licensing System (FlexNet) meldet Lizenz-Checkouts an den Lizenzserver — bei lokalen Lizenzservern bleibt das im eigenen Netz, bei Hosted-Licensing kommuniziert der Client mit Ansys.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Über Ansys Gateway und alle Cloud-Services verfügbar, wird im Enterprise-Vertrag verhandelt.
  • Empfehlung für Unternehmen: On-prem-Betrieb für konkurrenzkritische OEM-Daten; Cloud-Nutzung nur in EU-Regionen mit dokumentierter AVV. Wer Cross-Border-Projekte mit asiatischen oder amerikanischen OEMs hat, sollte zusätzlich Exportkontroll-Compliance (EAR, ITAR) prüfen — LS-DYNA hat dual-use-relevante Anwendungen in Defense.

Gut kombiniert mit

  • NVIDIA PhysicsNeMo — Training von physikbasierten Surrogate-Modellen auf LS-DYNA-Simulationsdaten. Das offizielle NVIDIA-Framework für PINNs und Neural Operators, mit Curator-Pipeline für d3plot-Konvertierung.
  • Neural Concept — kommerzielles Surrogate-Modell-Tool, das LS-DYNA-Outputs direkt einliest und Designingenieuren ohne CAE-Hintergrund interaktive Echtzeit-Bewertung erlaubt. Besonders im Automotive-Konzeptdesign verbreitet.
  • Altair HyperWorks — HyperMesh als Pre-Processor für komplexe Crash-Modelle, HyperView für Postprocessing. Die Werkzeuge sind solver-agnostisch und gehören in vielen OEM-Teams zur Standardausstattung neben LS-DYNA.

Unser Testurteil

Ansys LS-DYNA verdient 5 von 5 Sternen — innerhalb seines Zielmarkts. Es ist kein Tool für KMU, kein Tool für Hobbyisten und kein Tool für die einfache lineare Statikrechnung. Aber für die Disziplin, die es bedient — nichtlineare explizite FEM, insbesondere Crash und Impact — gibt es schlichtweg nichts Vergleichbares. Die Materialmodell-Bibliothek, die HPC-Skalierung, die Akzeptanz bei Zulassungsbehörden und das Ökosystem aus Pre-/Postprocessoren, Schulungsanbietern und Engineering-Dienstleistern sind branchenweit unerreicht. Punktabzug verdient hätte das Tool für Lizenzkosten, Lernkurve und intransparente Preisgestaltung — aber das sind Eigenheiten des Marktes (jeder ernsthafte FEM-Solver kostet sechsstellig), nicht des Produkts. Wer in diesem Segment arbeitet, hat keine echte Wahl außer LS-DYNA; wer es nicht braucht, sollte einen Bogen darum machen. Die KI-Surrogate-Welle (PhysicsNeMo, Neural Concept) verstärkt die Position eher noch, weil sie LS-DYNA-Daten als Trainingsgrundlage zementiert.

Was wir bemerkt haben

  • 2019 — Ansys hat Livermore Software Technology Corporation (LSTC), die ursprünglichen Entwickler von LS-DYNA, übernommen. Damit ist LS-DYNA Teil des Ansys-Portfolios und wird zunehmend in Ansys Workbench und Ansys Cloud integriert.
  • 2022 — Übernahme von DYNAmore (Stuttgart) durch Ansys. Die deutsche LS-DYNA-Distribution und der größte europäische Schulungsanbieter sind seitdem Teil der Ansys-Vertriebsstruktur. Die Anwenderkonferenz in Bamberg läuft weiter.
  • 2023 — LS-DYNA R14 brachte verbesserte Batterie-Materialmodelle (MAT277/278) für Lithium-Ionen-Crashverhalten — relevant für E-Auto-Homologation und das wachsende Thema Thermal Runaway nach Aufprall.
  • 2024 — R15.0 (März 2024) erweiterte die ICFD-Kopplung und brachte Verbesserungen für Composites-Materialmodelle. NVIDIA hat im selben Zeitraum PhysicsNeMo um native LS-DYNA-Curator-Pipelines erweitert.
  • 2025 — Synopsys hat angekündigt, Ansys für rund 35 Mrd. USD zu übernehmen. Die Genehmigungen durch US- und EU-Wettbewerbsbehörden waren Anfang 2025 abgeschlossen. Auswirkungen auf LS-DYNA-Pricing und -Roadmap sind im Markt diskutiert, aber Stand Mai 2026 keine grundlegenden Änderungen sichtbar.
  • Mai 2026 — Die Reduced-Functionality-Lizenzen werden zunehmend von Tier-2-Zulieferern und Engineering-Dienstleistern eingesetzt, um Eintrittshürden zu senken. Eine offizielle Listenpreis-Transparenz gibt es weiterhin nicht — der Markt bleibt verhandlungsgetrieben.

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